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Depositendarlehen

Der Name, eine Wortschöpfung erfindungsreicher Geldhaie, bezeichnet schon den wesentlichen Teil des Geschäftes. Das Deposit (die Einlage) ist die Grundlage eines der ominösesten Geschäfte die überhaupt im Kapitalmarkt getätigt werden können.

Auf Basis ihres Deposits so wird Ihnen versprochen, erhalten Sie nach Schließung einer Tranche, also ein bestimmter Betrag (10 - 50 Mio. €) der eingeworben werden muss, sowie weiteren 90 Banktagen (das entspricht ? 4 - 5 Monate) ein Vielfaches Ihres Deposits als Darlehen ausgezahlt. Zins- und tilgungsfrei versteht sich, da die Tilgung durch eine ausländische Bank vorgenommen wird, die das von Ihnen eingezahlte Deposit mit dem 5 - 10-fachen beleiht, einen Teil davon einbehält und aus den einbehaltenen Teil die Tilgung und Zinsen erwirtschaftet. Den Rest, zumeist das 5-fache ihres Deposits, sollen Sie dann ausgezahlt bekommen.

Verstehen Sie nicht?

Nehmen wir das nachfolgende Beispiel, vielleicht verstehen Sie dann alles.

Die einwerbende Firma (häufig über einen Briefkasten in Liechtenstein, England, USA, Irland, Luxemburg oder irgendwo sonst erreichbar), sammelt bei 5.000 Anlegern jeweils 10.000 € zuzügl. einer Vermittlungsprovision von 4.000 €, ein. Hierfür verbleibt der einsammelnden Firma ein Zeitraum von ca. 1 Jahr, da ja zuerst die vermeintliche Tranche von 50 Mio. ? geschlossen werden muss und nach Schließung dieser Tranche noch 90 Banktage vergehen müssen, bevor eine Auszahlung erfolgen kann.

Damit ein Anleger auf dieses Angebot hereinfällt, werden im Vorwege ein paar Darlehensauszahlungen aus einer "alten Tranche" vorgenommen. Mit notarieller Urkunde versteht sich. Seriosität hat sich noch immer ausgezahlt.

Diese notariellen Urkunden werden nun zuhauf fotokopiert und an den Außendienst verteilt. Dieser kann dann sagen: "Sehen Sie mal Herr Müller-Lüdenscheid, Herr Meier-Schulze hat am ........... sein Depositendarlehen ausgezahlt bekommen."

Ist nun die "neue Tranche" geschlossen und 90 Banktage sind auch vorbei und Sie haben noch keinen Auszahlungstermin bekommen, werden Sie nerv? rufen den Vermittler an (wenn er noch erreichbar ist) und fragen, nach was eigentlich Los ist.

Der Vermittler erweist sich dann meistens als der Mann der als "Rudi Ratlos" Geschichte macht.

Nun schreiben Sie direkt an das Unternehmen und befinden sich in bester Gesellschaft mit anderen Briefschreibern, da die zuständige Post das Postfach wegen Überfüllung und vergessener Abholung geschlossen hat.

Was ist nun passiert? Richtig Sie haben es wieder voll erkannt! Sie sind ?er den Tisch gezogen worden, dem sozialen Abgrund ein Stückchen näher gerückt und dafür um eine Erfahrung reicher.

 

Hat sich ausprojektiert.

 

 

© 1998 - 2010 [SV Jens Leschmann]. Alle Rechte vorbehalten. Stand: 20. Juli 2010